Clemens Schmid erzielt 4. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans
Das berühmteste Langstreckenrennen der Welt hat erneut bewiesen, warum es als ultimative Herausforderung des Motorsports gilt. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans kämpfte sich der Tiroler Rennfahrer Clemens Schmid gemeinsam mit seinen Teamkollegen José María López und Petru Umbrărescu im Lexus RC F GT3 des Akkodis ASP Teams bis an die Spitze der LMGT3-Klasse. Nach einem dramatischen Rennverlauf verpasste das Trio das Podium um lediglich 1,7 Sekunden und belegte einen herausragenden vierten Platz.
Für Schmid war es der zweite Start beim legendären Klassiker an der Sarthe – und ein weiteres Kapitel in seiner noch jungen Le-Mans-Geschichte. Nachdem das Team im Vorjahr bereits Rang fünf erreicht hatte, gelang 2026 die nächste Leistungssteigerung.
„Natürlich schmerzt es, wenn nach 24 Stunden nur eineinhalb Sekunden auf das Podium fehlen. Gleichzeitig überwiegt der Stolz auf das gesamte Team. Wir haben über die gesamte Woche hinweg eine unglaubliche Leistung gezeigt und bis zur Zielflagge um jede Position gekämpft“, erklärt Clemens Schmid.
Le Mans – über eine Woche Ausnahmezustand
Die 24 Stunden von Le Mans beginnen lange vor dem eigentlichen Rennstart. Bereits über eine Woche vor dem Rennen verwandelte sich die Stadt Le Mans in eine Bühne für den Motorsport. Beim traditionellen Scrutineering in der Innenstadt sowie bei mehreren Fahrerpräsentationen und Autogrammstunden feierten tausende Fans die Stars des Langstreckensports.
Insgesamt verfolgten mehr als 350.000 Zuschauer das Rennwochenende vor Ort. Ein weiterer Höhepunkt war die legendäre Fahrerparade am Freitag, bei mehr als 150.000 Menschen die Piloten entlang einer 3,5 Kilometer langen Strecke durch die Innenstadt von Le Mans bejubelten.
Starke Leistung von Beginn an
Bereits in den Trainings zeigte der Lexus RC F GT3 mit der Startnummer 87 sein Potenzial. Das Akkodis ASP Team etablierte sich in den Spitzenrängen der LMGT3-Kategorie und bestätigte seine starke Form aus den bisherigen WEC-Läufen der Saison.
Im Qualifying und den Hyperpole-Sessions setzte das Fahrertrio ein deutliches Ausrufezeichen. Petru Umbrărescu qualifizierte den Lexus zunächst auf Rang sieben, Clemens Schmid fuhr in Hyperpole 1 auf Platz sechs, bevor José María López in Hyperpole 2 den dritten Startplatz sicherte. Damit ging der Lexus RC F GT3 im grünen Le Mans Sonderdesign aus der zweiten Startreihe ins Rennen.
Führung in der Anfangsphase
Von Startplatz drei aus übernahm Clemens Schmid den Rennbeginn. Gegen ein hochkarätiges Feld aus 62 Fahrzeugen – darunter 25 LMGT3-Autos, 18 Hypercars und 19 LMP2-Prototypen – zeigte der Tiroler eine starke Anfangsphase und führte die Klasse zeitweise sogar an.
Doch Le Mans schreibt seine eigenen Gesetze. Gelbphasen, Verkehr, Reifenstrategie und Boxenstopp-Taktiken sorgten über die gesamte Distanz für ständige Verschiebungen im Klassement. Noch sechs Stunden vor Rennende lag das Team lediglich auf Rang zehn, bevor eine beeindruckende Aufholjagd begann.
In den Schlussstunden entwickelte sich ein packender Kampf um die Podiumsplätze. Unterschiedliche Strategien bei den Boxenstopps sorgten für minimale Abstände, die sich bis ins Ziel fortsetzten.
Herzschlagfinale nach 24 Stunden
Als die Zielflagge fiel, überquerte der Lexus RC F GT3 mit der Startnummer 87 die Linie auf Rang vier – lediglich 1,7 Sekunden hinter dem drittplatzierten Fahrzeug.
Ein Wimpernschlag nach einem gesamten Tag und einer Nacht voller Rennsport.
Die Enttäuschung über das knapp verpasste Podium wich schnell der Freude über eine außergewöhnliche Teamleistung. Gegen die stärksten GT-Teams der Welt gehörte Akkodis ASP über die gesamte Rennwoche zu den absoluten Spitzenmannschaften und bestätigte eindrucksvoll die Konkurrenzfähigkeit des Lexus RC F GT3.
Wichtige Punkte für die Weltmeisterschaft
Mit dem vierten Platz sammelten Clemens Schmid und seine Teamkollegen wertvolle 24 Meisterschaftspunkte für die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). In der Fahrerwertung liegt das Trio nun auf Rang neun und blickt mit viel Selbstvertrauen auf die verbleibenden Saisonrennen.
Für Clemens Schmid bleibt Le Mans dennoch ein ganz besonderer Moment:
„Le Mans ist mehr als ein Rennen. Die Atmosphäre, die Geschichte, die Fans und die Herausforderung machen dieses Event einzigartig. Nach 24 Stunden so knapp am Podium zu sein, zeigt, wie hart umkämpft dieser Sport ist. Wir nehmen die positiven Dinge mit und werden alles daransetzen, im nächsten Jahr noch einen Schritt weiterzugehen.“
Mit Platz vier beim größten Langstreckenrennen der Welt hat Clemens Schmid einmal mehr bewiesen, dass Österreich auch auf der größten Motorsportbühne vertreten ist – und dass der Weg aufs Le-Mans-Podium näher denn je ist.